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WDV-Systeme müssen die Architektur nicht einschränken. Ein Anbau in Erlangen zeigt dieses jetzt in zweifacher Weise: Mit einer wellenförmigen Dämmung im Erdgeschoss und einer Verkleidung aus Korbgeflecht im Obergeschoss.
Gleich zwei
ungewöhnliche Fassaden-Gestaltungen zeigt ein Anbau in Erlangen: Im Zuge der
Sanierung entstand weit mehr als ein konventionell mit WDV-System gedämmtes
Bauwerk. Das Obergeschoss gleicht einem Korb, das Erdgeschoss vermittelt den
Eindruck, als sei die raumhohe Verglasung durch Vorhänge ergänzt. Um die Vision
von Architekt und Bauherr zu realisieren, waren auch die Handwerker kreativ
gefordert. Für die „Vorhänge“ setzten sie zum Beispiel auf die Kombination von
Glasdekogewebe, Polyurethan-Bauschaum und Polystyrol-Hartschaum – und eine
kunstvolle Applikationstechnik.
Immer häufiger entscheiden sich
Bauherren nicht für einen Neubau, sondern für einen Bestandsgebäude, das sie
energetisch sanieren und mit Blick auf den Wohnkomfort aufwerten. In Erlangen
kommt jetzt beides zusammen. Hier wurde ein altes Giebelhaus saniert und um
einen Anbau ergänzt. (Entwurf: Jürgen Gruber, Architekturbüro bau-werk-stadt,
Stuttgart).
Der Neubau ist eine
Stahlbetonkonstruktion, auf der das Obergeschoss in Holzbauweise steht. Das
Erdgeschoss ist zurückgesetzt, raumhoch verglast und mit ungewöhnlichen
Wandelementen bestückt, die wie Vorhänge wirken. Sie dienen als Wärmedämmung und
kaschieren zugleich die Tragestruktur. Die Fassade erscheint federleicht, der
„Korb“ (also das Obergeschoss!) scheint frei darüber zu
schweben.
Zwei Etagen – zwei
Fassaden
Die Handwerker waren kreativ gefordert,
um die Vision von Architekt und Bauherr zu realisieren. Die Vorhangelemente sind
Unikate, aus Glasdekogewebe, Polyurethan-Bauschaum und Polystyrol-Hartschaum
entwickelt. Das Gewebe StoTex Classic bildet die Basis. Es besteht aus
umweltneutralen Glasgarnen, die verrottungsfest, nicht brennbar und
unempfindlich gegen Pilz- und Bakterienbefall sind. Das Gewebe ist dimensions-
und nässestabil, also auch sehr lange korrigierbar.
Zunächst schufen die Beteiligten eine
Musterschablone, mit der sie „Vorhang-Elemente“ herstellten. Die Schablone wurde
mit angefeuchtetem Glasdekogewebe ausgelegt und mit einem selbstexpandierenden
Schaum ausgeschäumt – in den erdberührten Bereichen mit einem wasserdichten
Brunnenschaum, darüber mit handelsüblichem Montageschaum. Die rückwärtige
Verkleidung bildeten zwei Ebenen versetzt verlegter
Polystyrol-Platten.
Insgesamt entstanden zehn Elemente, die
nach Durchhärten des Schaums besäumt und mit Haftkleber auf dem
Wärmedämm-Verbundsystem der Betonkonstruktion befestigt wurden. Die Beschichtung
mit weißer Fassadenfarbe unterstreicht die Leichtigkeit des Faltenwurfs.
Foto: bau-werk-stadt
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