Eine vertikale Stadt aus Glas
Fusionopolis, Singapur
Leben und Forschen im High-Tech-Gebäude / Mehr als
40.000 qm Sonnenschutzglas mit Multifunktion / Kisho Kurokawas’ „Layered City“
Die neue Adresse für
Zukunftstechnologien und futuristischen Lifestyle sind die drei Türme des
„Fusionopolis“ in Singapur. Auf bis zu 24 Etagen und 120.000 Quadratmetern
entwarf der japanische Stararchitekt Dr. Kisho Kurokawa eine so genannte
„layered city“. Hier kommt in vertikaler Ausrichtung alles zusammen, was sonst
nur eine Stadt auf versiegelter Fläche ihren Bewohnern bietet: Arbeitsplätze,
offene Dachgärten, Einzelhandel, Behörden, Appartements, Restaurants und ein
Fitnessstudio mit Dachpool. Fusionopolis ist ein imposantes Beispiel für
nachhaltige Architektur. Eine besonders vielfältige Glasfassade sorgt wahlweise
für Sonnen- und Blickschutz oder punktet mit besonderem Design. Je nach
Anforderung des jeweiligen Gebäudeteils kommen mehr als 40.000 Quadratmeter
ipasol Sonnenschutzglas zum Einsatz – mit Siebdruck individuell gestaltet oder
auf grauem Substrat: Glasarchitektur mit kreativer Optik und gezielt angewandter
Multifunktion.
In zwei Phasen
wächst in Singapur das neue Wissenschaftszentrum mit den Annehmlichkeiten einer
modernen Stadt. Fusionopolis, das Zentrum für Forschung und Entwicklung, bildet
mit dem angrenzenden „Biopolis“ (Medizin und Biotechnologie) die Basis des neuen
High-Tech-Viertels „One North“. Sechs weitere Gebäude kommen in einer späteren
Bauphase hinzu. Ein Blick in die Mieter-Liste zeigt die Konzentration modernster
Technologie: „Platform Computing Singapore“ erforscht z. B. neue Wege der
Vernetzung von Computern. „Thales Technology“ entwickelt Luft- und
Raumfahrttechnik und „Linden Research Singapore“ ist Zweigstelle von Linden
Labs, den Schöpfern der virtuellen Welt „Second Life“. Der Öffentlichkeit stehen
Shopping Malls, Gastronomie, bewirtschaftete Appartements und grüne Dachgärten
offen. Mieter und Geschäftspartner profitieren zudem von zahlreichen
Konferenzräumen oder halten sich im Fitness-Club in Form.
Glashaut trotzt Hitze und
Stürmen
Das
jeweilige Zentrum der Türme ist bewusst offen und leer –unterstützt durch
Filteranlagen wird es zum vertikalen Frischluftkanal für saubere Luft in jeder
Etage. Die Structural Glazing Vorhangfassade verhindert die Übertragung selbst
starker Windlasten auf die innere Konstruktion. Die horizontalen Glas- oder
Paneel-Kanten sind mechanisch gesichert, die vertikalen sind mit Spezial Silikon
auf dem Adapterrahmen befestigt. Zusätzlich kommt eine Punkthalterung an den
vertikalen Verbindungsstellen zum Einsatz. Das Resultat: Hohe mechanische
Sicherheit, Abführung der dynamischen Kräfte sowohl über den Siliconklebstoff
als auch über die mechanische Sicherung. Die eingesetzten Metalldeckleisten
lockern zudem – als gestalterisches Element – die Fassadenoptik auf.
Unzweifelhaft
eines der optisches Highlights ist das zwischen den Türmen des Fusionopolis
„schwebende“ ovale „Auditorium“, ein experimentelles Theater für 350 Personen.
Den direkten Übergang zwischen den Türmen – teilweise in schwindelnder Höhe –
gewähren zahlreiche verglaste „Skybridges“.
Glasaufbau mit
Multifunktion
Beim Fusionopolis sorgt der spezielle Scheibenaufbau für
Sonnen- und Wärmeschutz, Sichtschutz und physikalischen Widerstand: Die Türme
stehen relativ nah zusammen und deshalb muss sowohl die Privatsphäre geschützt,
als auch der szenische Ausblick für die Bewohner gewahrt werden. Die Lösung: Wo
ein Büroteil einem Appartement gegenüber liegt, ist die Außenwand des Büros ein
Stück weit in der Fassade zurückgesetzt und Dachgärten bilden eine optische
Pufferzone. Die äußere Scheibe der Fassadenverglasung ist an diesen Stellen
zudem mit einem ausgeklügelten Siebdruckmuster versehen, das sich zur
Scheibenmitte hin verjüngt. So bleibt der Blick von innen nach außen möglich,
während der Blick von außen nach innen erschwert wird. Die so strukturierten
30.000 Quadratmeter der Fassade bestehen aus teilvorgespanntem Glas (TVG) in der
Außenscheibe. 38 Prozent der Glasfläche ist bedruckt – in Kombination mit der
speziellen ipasol Sonnenschutzbeschichtung ergibt sich ein g-Wert von nur 18
Prozent – ermittelt vom Fraunhofer ISE (Freiburg). Die im Aufbau innen gelegene
Scheibe besteht aus Verbundsicherheitsglas (VSG 10).
Weitere 9.000 Quadratmeter teilvorgespanntes Glas mit
Siebdruck wurden aus optischen Gründen mit weißem Blech hinterlegt oder dienen
als Brüstungen in einigen außenliegenden Arealen. In den Appartements kommt
teilweise auch ein ipasol Typ mit höherer Lichttransmission (ipasol neutral
73/42) zum Einsatz, der aus optischen Gründen auf grau nuanciertem Glassubstrat
aufgebracht wurde. Diese Kombination sorgt für die optische Auflockerung der
überwiegend weißen Fassade des Gebäudes und erschwert den Einblick von außen.
Von innen ist ein guter Ausblick dennoch gewährleistet. In Verbindung mit
Grauglas (8 mm) sinkt der g-Wert auf 26 Prozent (nach EN 410) – das reduziert
den Aufwand für die Klimatisierung erheblich.
Weitere technische
Informationen erhalten Interessierte auch im Internet unter www.interpane.com.
Bautafel
Fusionopolis, Phase
I
Objektadresse: Ayer
Rajah Avenue, Singapur
Bauherr: Jerome
Town Council (JTC), Singapur
Metallbauer: YKK AP
Facade PTE. LTD., Singapur
Architekt: Kisho
Kurokawa Architects & Associates
Glasprodukte: ipasol
73/42 auf grauem Glassubstrat, ipasol Sondertyp mit
Siebdruck
Glasveredler: Interpane
Plattling
Fotos: Interpane 04.01.2010
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