Fünf Monate vor der Einweihung
Märkisches Museum zeigt geplante Reichstagsillumination
Ab sofort kann im Märkische Museum in Berlin-Mitte bereits besichtigt werden, wie das illuminierte Reichstagsgebäude künftig aussehen wird. Bis zum 1. Februar zeigen in der Ausstellung „Berlin im Licht“ Pläne, Skizzen und Visualisierungen die Ideen des Hamburger Lichtkünstlers Michael Batz, der sich in diesem Sommer in einem bundesweiten Wettbewerb mit seinem künstlerischen Entwurf durchgesetzt hatte.
Das Berliner Reichstagsgebäude erhält zum 60. Gründungstag der Bundesrepublik Deutschland eine neue künstlerisch gestaltete und dauerhafte Gesamtillumination, die am Abend des 22. Mai 2009 (Vorabend der Bundespräsidentenwahl) eingeweiht werden soll. Die Illumination ist eine Gemeinschaftsinitiative der Stiftung „Lebendige Stadt“, der Stiftung Zukunft Berlin und der Sparkassen-Finanzgruppe (http://www.reichstags-illumination.de/).
Die Vorstellung der Reichstagsillumination von Batz fügt sich in den Gesamtkontext der Ausstellung ein, die die jüngere Stadtgeschichte Berlins aus dem Blickwinkel einer technischen Innovation betrachtet: Kunstlicht hat innerhalb weniger Dekaden das Antlitz der preußischen Residenz- und jungen Reichshauptstadt in vielen Bereichen radikal verändert und ihren Charakter bis heute maßgeblich geprägt. Neben dem Pariser Lichtkünstler Philippe Lecoustumer, der 2006 den Eifelturm spektakulär in Szene setzte und Christina Kubisch, die die Große Halle des Märkischen Museums in mystisches Licht taucht, bietet die Ausstellung „Berlin im Licht“ nun auch Michael Batz eine Plattform zur Präsentation seines Reichstagsprojektes.
Batz hatte sich u. a. bereits mit der Illumination der Hamburger Speicherstadt, des Hamburger Michel, des Kaiviertels Salzburg sowie Lichtmasterplänen für die Innenstadt von Münster und das Kölner Rheinufer einen Namen gemacht. 2003 erhielt er den Alexander-Zinn-Preis der Stadt Hamburg und 2005 den International-City-People-Light-Award für die Illumination des Kölner Rheinufers.
Batz´ künstlerische Idee besteht in der Synthese von architektonischer Identität, städtebaulicher Qualität, demokratischer Symbolik sowie zeitgemäßem Design in Verbindung mit Nachhaltigkeit. Die jetzige Lichtfokussierung auf den Eingangsbereich des Reichstagsgebäudes wird auf eine ganzheitliche Illumination aller vier Fassadenseiten unter Einbeziehung der Freitreppen wie der Dachskulpturen ausgeweitet. Die Grundfarbe des Lichts ist Weiß, wobei Ornamente und symbolhafte Fassadenelemente in besonderer Weise wohldosiert akzentuiert werden. Das Ergebnis ist ein respektvolles, unaufdringliches und würdevolles Bild des Reichstagsgebäudes im stadträumlichen Gesamtkontext.
Aufgrund der ausschließlichen Verwendung modernster Leuchtmittel der Firma Philips von hoher Betriebsdauer und niedrigem Energiebedarf werden der gegenwärtige Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß deutlich reduziert. Die durchschnittlichen Energiekosten pro Abend (durchschnittlich vier Betriebsstunden) liegen bei etwa fünf Euro.
Die Idee geht zurück auf die zeitweilige Illumination des Reichstagsgebäudes durch die Stiftung „Lebendige Stadt“ während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, die bereits von Batz realisiert worden war. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten daraufhin den Wunsch geäußert, die herausragende Stellung des Gebäudes im Parlaments- und Regierungsviertel der Hauptstadt mit einer ähnlichen, ästhetisch ansprechenden dauerhaften Beleuchtung zu betonen.
Quelle: Märkisches Museum, Berlin-Mitte 03.01.2009
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