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Farbton statt monoton

Energetische Sanierung einer Wohnanlage in Hamburg

Energiebedarf runter, Wohnqualität rauf - diese Aufgabe, typisch für große Wohnanlagen aus den 70er Jahren, stellten sich den Architekten Renner  Hainke Wirth in Hamburg. 200 Wohneinheiten waren gemäß EnEV energetisch zu sanieren, Optik und Umfeld aufzuwerten. Mit Dämmung, Farbe und teilweise neuen Materialien gelang die Wiederbelebung der Siedlung.

 

Der Zahn der Zeit hatte deutliche Spuren in die Fassaden der Wohnanlage "Strucksbarg / In der Alten Forst" genagt. Nach 30 Jahren Standzeit trugen die grauen bzw. blassgelben Faserzementplatten einen grau-grünen Wetterschleier, die als "Auflockerung" gedachten roten Klinker und Waschbetonplatten sahen ähnlich aus. Weit entfernt von heutigen Gestaltungstrends wirkte auch die kalte Gebäudegliederung, entstanden aus dem Funktionalismus der 70er Jahre. Die neungeschossigen Riegel und besonders das zwölfgeschossige Hochhaus stehen als "harte Grenze" zum Wald und der anschließenden Einfamilienhaus-Siedlung. Auch der demographische Wandel kommt in der Siedlung im Süden von Hamburg zum Tragen - in vielen Wohnungen leben keine Familien mehr, sondern (ältere) Paare oder Singles. Weil auch die Mietpreisbindung auslief, drohte der Siedlung ein sozialer Abstieg.

 

Zukunftsfähig und farbenfroh

 

Die Eigentümerin, eine Grundstücksgemeinschaft, wollte nicht nur Leerstände vermeiden, sondern zugleich den Gebäudewert langfristig sichern. Das heißt: Moderner Wohnraum mit niedrigem Wärmebedarf. Daher musste die energetische Sanierung neben der EnEV auch die Vorgaben des Hamburger Energiepasses erfüllen. Ein Wärmedämmverbundsystem mit Dämmstoffdicken von 10 bis 14 Zentimetern hat jetzt entscheidenden Anteil daran, dass der Heizenergieverbrauch deutlich sinkt - teilweise um mehr als die Hälfte.

 

Die grauen Waschbetonplatten wurden durch eine weiß-beige Putzfassade ersetzt. Gelb- und Rottöne akzentuieren die Fassaden. Ein Schwerpunkt der Neugestaltung betraf die Eingänge: Anderthalb- und zweigeschossige Windfänge werden den Maßstäben der Gebäude jetzt besser gerecht, Fotos der Bewohner über den Eingängen fördern die Identifikation mit den einzelnen Häusern. Zusätzliche Farbtupfer sind die neuen transparenten Balkonbrüstungen aus emailliertem Glas.

 

Doch die Arbeit der Architekten endete nicht an der Fassade: Neue Bepflanzung und eine behutsame Außenmöblierung binden das Umfeld in ihr Gesamtkonzept ein, so dass die Siedlung jetzt wieder wie aus einem Guss wirkt.

 

Fotos: Sto AG   17.10.2008


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