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Zentrale Stadtbücherei Frankfurt am Main

Umbau einer Bankfiliale aus den 50er Jahren mit Büros zu einer Stadtteilbibliothek

Die Zentrale Stadtbücherei Frankfurt am Main zieht in ein revitalisiertes Bankgebäude in der Innenstadt Frankfurts. Der Baukörper befindet sich in der Hasengasse, unweit der Einkaufsmeile „Zeil“. Die Pläne stammen vom Frankfurter Büro KSP Engel & Zimmermann Architekten.

 

Die Integration der Stadtbücherei mit bis zu 3000 Besuchern pro Tag ist ein wichtiger Baustein zur Aufwertung und Belebung des Areals zwischen Zeil und Römer.

 

Im Zuge des Wiederaufbaus der Altstadt 1956 wurde das Gebäude für die Zentrale der Frankfurter Sparkasse errichtet und bis 2005 als Geschäftsstelle betrieben. Der Gebäudekomplex besteht aus einem siebengeschossigen Hauptbau an der Hasengasse und dem viergeschossigen Ostflügel. Im Hauptbaukörper befindet sich die zum Teil zweigeschossige Kassenhalle, die fast das gesamte Erdgeschoss einnimmt. Die Obergeschosse dieses Gebäudeteils orientieren sich als Einbund um den inneren Lichthof. Hauptgebäude und Ostflügel formulieren den Vorplatz zum Haupteingang des

Ensembles.

 

Für die Umnutzung des Gebäudes wird das Dach über dem Atrium um ein Geschoss angehoben und die Decke zum Souterrain in Teilbereichen geöffnet. So entstehen großzügige, über fünf Geschosse verteilte Flächen für die Bibliothek. Die drei öffentlichen Bibliotheksbereiche sind optimal visuell und räumlich miteinander verbunden und auch der Verwaltungsbereich im 2. Obergeschoss steht über eine transparente Verglasung in direktem Sichtkontakt zur Halle.

 

Die neue Decke über der Halle erhält zur natürlichen Belichtung des Marktplatzes kegelförmige Oberlichter. Die Dachfläche wird zu einer begehbaren Dachterrasse als flexibel nutzbare Erholungs- und Kommunikationsfäche ausgebaut um die sich die Büros der Obergeschosse gruppieren.

 

Ein übersichtliches Beschilderungssystem ermöglicht dem Besucher gute Orientierungsmöglichkeiten im Gebäude.

 

Im Erdgeschoss befindet sich der großzügige „Marktplatz“, auf dem unterschiedliche Veranstaltungen wie Lesungen, Vernissagen etc. stattfinden können. In der Halle wird ein skulptural ausgebildeter „Leseturm“ errichtet. Die an dem Turm angeordnete Treppe verbindet alle öffentlichen Geschosse der Bücherei. Es entstehen Nischen zum Lesen und Arbeiten. Im Souterrain wird der ehemalige Tresor zu einem Schulungsraum und einem ein Lernstudio umgenutzt. Des Weiteren wird hier sowohl die umfangreiche Mediathek untergebracht, als auch eine Erweiterung des Angebots für Jugendliche angedacht. Zukünftig wird die Zentrale Stadtbücherei über die öffentlichen Ebenen verteilt bis zu 200 Leseplätze anbieten können.

 

Die Büro- und Verwaltungsflächen im 2. - 4. Obergeschoss sind über einen separaten Eingang ebenfalls vom Vorplatz aus erschlossen und ermöglichen eine flexible Gestaltung der Bürobereiche. Zusätzlich zur Verwaltung der Stadtbücherei werden im 4. Obergeschoss mit dem Referat Beteiligungen und dem Frauenreferat zwei zusätzliche städtische Einrichtungen ihre neuen Büroräume beziehen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Neugestaltung des Platzes. Durch die Anhebung des Platzniveaus wird nicht nur die barrierefreie Zugänglichkeit zur Stadtbücherei verbessert, sondern auch die Straßenkante gefasst.

 

1967 wurde auf diesem Platz vor dem Hauptgeschäftsgebäude der Stadtsparkasse der Tugendbrunnen errichtet. Früher stand dieser Brunnen vor dem Heiliggeistspital in der Saalgasse und bildete ca. 200 Jahre lang einen beliebten Anziehungspunkt. Heute spendet er zwar kein Wasser mehr, ist aber ein wichtiges Dokument für die Vielfalt der Frankfurter Altstadt. Im Rahmen der Neustrukturierung des Platzes wird der Tugendbrunnen wieder eine extrovertiertere Position erhalten.

 

Die Erdgeschossfassade zum Platz wird erneuert und der Zugang zur Bücherei durch ein farbiges Vordach hervorgehoben. Im Erdgeschoss des Ostflügels ist ein Café konzipiert, welches zum Platz hin orientiert ist und Außensitzplätze anbietet. Zusätzlich entstehen Sitzgelegenheiten um den

Tugendbrunnen, die zum Verweilen einladen.

 

Projektdaten

Titel: Sanierung Hasengasse

 

Ort: Hasengasse 4, Frankfurt a. M.

 

Bauherr: DIC MSREF Frankfurt Objekt Hasengasse GmbH

 

Baumaßnahme: Umbau einer Bankfiliale aus den 50er Jahren mit Büros zu einer Stadtteilbibliothek mit Büros

 

BGF gesamt: 12.000 m²

 

NF: 10.570 m²

 

BRI: 14.000 m³

 

Stellplätze: 26

 

Baubeginn: August 2006

 

vor. Fertigstellung: Juli 2007


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