Jungfernstieg erstrahlt in neuem Glanz
Hamburg hat seine Prachtmeile zurück:
Nach 21 Monaten Bauzeit ist der neu gestaltete Jungfernstieg mit einem dreitägigen Volksfest vom 19.05.2006 bis 21.05.2006 eingeweiht worden. Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust eröffnete die neue Hamburger Prachtmeile gemeinsam mit Versandhausgründer Professor Werner Otto, dem Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung "Lebendige Stadt", Alexander Otto, dem Vorstandsvorsitzenden der otto group Dr. Michael Otto, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung "Lebendige Stadt", Dr. Andreas Mattner und dem Vorsitzenden des Fördervereins "Lebendiger Jungfernstieg" Mario Mettbach.
Der neue Jungfernstieg sei ein leuchtendes Beispiel für eine gelungene Partnerschaft zwischen privaten und staatlichen Initiativen, sagte Alexander Otto. Insgesamt kostete die Neugestaltung 16 Millionen Euro, von denen rund 7,5 Millionen aus Spenden stammen, die der Verein "Lebendiger Jungfernstieg" gesammelt hatte. Allein Versandhausgründer Werner Otto spendete über fünf Millionen Euro für das Projekt. "Ich freue mich sehr, dass der einstige Prachtboulevard im Herzen unserer Stadt nun wieder das ist, wofür er einst bekannt war. Der Jungfernstieg war und ist auch jetzt wieder eine der feinsten Adressen Hamburgs", sagte Bürgermeister Ole von Beust.
Grundgedanke der Neugestaltung war es, Hamburgs einstigem Flanierboulevard wieder zu einer attraktiven Kulturmeile werden zu lassen. Dazu hatte Hamburg im April 2002 mit Unterstützung der Stiftung "Lebendige Stadt" zu einem internationalen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Jungfernstiegs aufgerufen. 92 Arbeitgemeinschaften aus aller Welt beteiligten sich, den ersten Preis erhielt das Hamburger Team der Landschaftsarchitekten WES & Partner um Professor Hinnerk Wehberg und das Büro des Architekten André Poitiers.
Freilufttribüne am Wasser
Danach ist der Alsteranleger zu einer großzügigen Treppenanlage - einer Freilufttribüne gleich - umgebaut worden, die die gesamte Breite des Jungfernstiegs einnimmt und bis an das Wasser führt. Vor der Treppe ist ein Boulevard mit einer dreiachsigen "auf Lücke" gesetzten Silberlindenallee entstanden. Die städtebauliche Verbindung zwischen Stadt und Wasser ist damit wieder hergestellt. Weitere Veränderungen sind unter anderem die neuen U-Bahnaufgänge, eine Bushaltestelle zwischen Gänsemarkt und Rathausmarkt, ein deutlich vergrößerter Fußgängerbereich vor den Fassaden, eine dezente künstlerische Beleuchtung und der Neubau eines modernen gläsernen Pavillons. Wasserseitige Kultur- und Kunstveranstaltungen machen den Jungfernstieg wieder zu einem kulturellen Mittelpunkt. Bereits im September 2005 wurde der Jungfernstieg nach einer internationalen Studie zu einer der weltweit schönsten Einkaufsstraßen gekürt.
Ermöglicht wurde die Umgestaltung dank der Unterstützung des Fördervereins "Lebendiger Jungfernstieg e.V.". Auf Initiative der Stiftung "Lebendige Stadt" und der Freien und Hansestadt Hamburg wurde der Förderverein im Juli 2002 von namhaften Hamburger Persönlichkeiten gegründet. Unter Vorsitz von Bürgermeister a. D. Mario Mettbach und dem Vorstandsvorsitzenden der "Stiftung Lebendige Stadt" Dr. Andreas Mattner warb der Verein um private Spenden für die künstlerische, kulturelle und städtebauliche Neugestaltung des Jungfernstiegs. Neben Großspender Werner Otto haben viele Unternehmen und Privatleute wie Alexander Otto, Dirk Möhrle, Professor Günther Fielmann, Lorenz von Ehren oder Hellmut Wempe gemeinschaftlich das Projekt durch Spenden und persönliches Engagement vorangebracht und zu einem Musterbeispiel für Public Private Partnership werden lassen.
Der Hamburger Jungfernstieg existiert bereits seit 1235. Damals hieß er noch Reesendamm, benannt nach dem Müller Reese, der dort eine Mühle betrieb. Weil die Hanseatinnen so gerne an der Alster flanierten, wurde die Promenade schon ab 1648 offiziell als Jungfernstieg bezeichnet. 1799 kam der Alsterpavillon als besonderer gesellschaftlicher Anziehungspunkt dazu.
Mehr als 250.000 Besucher
Mehr als 250.000 Hamburger und Besucher der Hansestadt feierten am Wochenende die Fertigstellung des neuen Jungfernstiegs. Der Verein "Lebendiger Jungfernstieg" hatte mit seinen Veranstaltungspartnern ein buntes Programm zusammengestellt - mit musikalisch untermalten Lichtinszenierungen auf riesige Wasserfontänen, mit Feuerwerk und Modenschauen, Theater und Konzerten. Gegen Ende des Festes, am späten Sonntagnachmittag, kam es bei der Show der berühmten Artistenfamilie Traber zu einem tragischen Unfall, als die Spitze eines 35 Meter hohen Mastes abknickte, an der Johann Traber junior gerade balancierte und pendelte. Der 22-Jährige, der von einem Sicherungsseil aufgefangen wurde, musste schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Quelle: Stiftung Lebendige Stadt 22.05.2006
|