Gegensätze
Neubau nach historischem Vorbild
Ein futuristischer Glasturm erhebt sich in Düsseldorf neben der "Alten Post"
mit ihrer historisch anmutenden Putzfassade. Der neue Bürokomplex am
Graf-Adolf Platz 15 (GAP 15) verbindet Alt und Neu in harmonischer Einheit.
Von der Post ist jedoch nur die denkmalgeschützte Nordfassade im Original
erhalten. Den anderen Fassaden des klassizistischen Baus diente sie als
Stil-Vorlage. Mit StoDeco Profilen wurden die neuen Fassaden der
historischen Optik nachempfunden. Der Glasturm ragt daneben als
städtebaulich markantes Zeichen deutlich über den Putzbau.
Kontraste beleben. Dieses Prinzip nutzten J.S.K. Architekten auch beim
Projekt "GAP 15". Der Bürokomplex löst Gegensätze auf: Auf der einen Seite
steht ein moderner Glasturm mit 24 Stockwerken. Dem gegenüber eine
fünfgeschossige Kubatur, mit klassischer Lochfassade und verputzter
Oberfläche. Vom Hochhaus überspannt ein Glasdach den Altbau, eine Brücke
verbindet die Gebäude. Optisch entsteht so trotz Stil-Gegensätzen eine
harmonische Einheit. Der Blick hinter die "alte" klassizistische Fassade
offenbart Überraschendes: Nur die denkmalgeschützte Nordfassade ist von der
Alten Post erhalten. Die übrigen Gebäudeteile sind ein authentisch
rekonstruierter Neubau, für den die Nordfassade das Vorbild lieferte.
Aus Neu mach Alt - Klassizistischer Neubau
Die Vorgabe des Bauherren forderte den Erhalt der geschützten Fassadenseite.
Die übrigen Teile des ehemaligen Postgebäudes stammten aus den fünfziger
Jahren des 20. Jahrhunderts und waren auch für die Denkmalpfleger nicht
erhaltenswert. J.S.K. Architekten erhielten jedoch bewusst den
ursprünglichen Baukörper. Bis auf die Nordseite wurde deshalb alles
abgerissen, der Neubau übernimmt jedoch das historische Volumen. Ost-,
West- und Südfassade greifen Architektur und Gliederung auf: Öffnungsprinzip, Profilierung und Plastizität sorgen für eine formal stimmige Optik von "GAP 15".
Detailgetreuer Nachbau
Der Stahlbetonbau mit Fertigteilen im Erdgeschoss und Ortbeton in den
Obergeschossen ist mit dem Dämmsystem StoTherm Mineral geschützt. Die
Dimension des Dämmmaterials entspricht der damals üblichen Mauerstärke -
Fensterlaibungen ließen sich so authentisch nachbilden.
Ebenfalls dem Original nachempfunden ist der strukturierte Filzputz. Gurte,
Gesimse und Profile an den Fassaden sind Objektanfertigungen, die sich am
Bestand der Nordseite orientieren. Mit hochpräziser Frästechnik erstellte
StoVerotec massiv anmutende Duplikate ohne sichtbare Stoßfugen. Sie
verleihen dem Bau seine historische Anmutung.
Fotos: Guido Erbring, Köln / StoVerotec GmbH 22.03.2006
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