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Lütke Daldrup: Baukultur ist Verfahrenskultur

Richtfest beim Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts

Heute fand in Karlsruhe das Richtfest für den Erweiterungsbau des
Bundesverfassungsgerichtes statt. Nach knapp acht Monaten Bauzeit
konnte sich Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im
Bundesbauministerium, vom erfolgreichen Verlauf der bisherigen
Arbeiten überzeugen.

"Bauten des Staates symbolisieren das Selbstverständnis der Demokratie
als Bauherr. Gerade öffentliche Bauten prägen für lange Zeit die
Umwelt, auch deshalb muss der Staat ein Vorbild für Baukultur sein.
Baukultur entsteht in einer Kultur des Verfahrens, das wurde gerade
beim Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts deutlich", sagte
Lütke Daldrup. "Zur Verfahrenskultur gehört auch, soziale, ökonomische
und ökologische Qualitäten einzubeziehen. Gebäude müssen
selbstverständlich funktional, effizient und wirtschaftlich sein. Das
reicht aber nicht. Baukultur erfordert eine Qualität im komplexen
Sinn. Dabei geht es um Schönheit und Maßstäblichkeit, um Respekt vor
der Geschichte und zugleich um Mut zum Experiment, um Nachhaltigkeit
und um die Einordnung in den städtebaulichen und landschaftlichen
Kontext", betonte Lütke Daldrup. Der Erweiterungsbau des
Bundesverfassungsgerichts hat sich diesen Qualitätsanforderungen
gestellt und es wurde eine gute Lösung gefunden.", sagte Lütke
Daldrup.

Der Erweiterungsbau nach dem Entwurf des Berliner Architekten
Dipl.-Ing. Michael Schrölkamp wird an der Stelle eines im Zweiten
Weltkrieg zerstörten Nebengebäudes des alten Badischen Staatstheaters
errichtet. Die Bauarbeiten laufen seit Juni 2005. Der geometrisch
einfache Baukörper (ca. 5.000 m³ umbauter Raum), der über eine
verglaste Brücke mit dem Bestand verbunden wird, besteht aus einem
Untergeschoss und drei oberirdisch sichtbaren Geschossen. Die zum
Botanischen Garten orientierte Fassade erhält eine
geschossübergreifend bepflanzte Pergola, die das Grün des Gartens in
der Vertikalen fortsetzen und an die historischen Gewächshäuser
erinnern soll. Die Baukosten betragen 3,4 Millionen Euro. Ende des 1.
Quartals 2007 soll das Gebäude an das Bundesverfassungsgericht
übergeben werden.

Quelle:   Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung   19.01.2006


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