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Industriekultur in ästhetischer Perfektion

Neues Vertriebs- und Servicezentrum für Maschinenbauer Trumpf

Die Werkzeugmaschinen- und Laserfabrik Trumpf im baden-württembergischen Ditzingen zählt zu den international führenden Herstellern in der Fertigungstechnik. Bewusst hat sich die Unternehmensführung anspruchsvolle und Identität stiftende Architektur auf die Fahnen geschrieben. Denn zu den Grundsätzen der Unternehmenskultur von Trumpf zählt, durch ästhetisch anspruchsvolle, klar gestaltete Räumlichkeiten eine angenehme und motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Unter dieser Prämisse haben die Architekten Frank Barkow und Regine Leibinger aus Berlin nun ein neues Vertriebs- und Servicezentrum für 300 Mitarbeiter auf dem Ditzinger Firmengelände errichtet, das als weithin sichtbares Zeichen an der Autobahn nach Stuttgart den Standort des Unternehmens markiert.

 

Nach der bereits mit dem Hugo Häring Preis ausgezeichneten Laserfabrik und dem Logistikzentrum ist dies der dritte Neubau am schwäbischen Stammsitz, der die Gestaltungsrichtlinien perfekt umsetzt. Modern, funktional, klar gegliedert, ästhetisch ansprechend und auf dem neuesten Stand der Technik: Das Vertriebs- und Servicezentrum ist ein weiterer Baustein der Corporate Identity des Unternehmens.

 

Am Südostrand des Firmenareals formt der Neubau gemeinsam mit Verwaltungsbauten aus den siebziger Jahren einen neuen attraktiven Platz. Über einem massiven Sockel aus drei zu diesem Platz hin ausgerichteten Beton-Prismen erhebt sich ein transparenter Körper aus zwei gegeneinander verschobenen Riegeln. Mit einer filigran gefassten Doppelfassade weisen sie zur Autobahn hin fünf, zum Platz lediglich vier Geschosse auf. Beide Riegel sind durch eine offene Erschließungszone mit versetzt laufenden Treppen im Inneren miteinander verbunden.

 

Während im Sockelbau Lobby und Empfang, Auditorium und Garderobe sowie Ausstellungs- und Informationsbereiche für die Kundenbetreuung untergebracht sind, ist der darüber schwebende Bürotrakt den Vertriebsmitarbeitern vorbehalten. Wände aus Sichtbeton und ein offenes Treppenhaus führen in zeitgemäße Arbeitswelten. Die innovativen Büros erstrecken sich durchgängig über neun gegeneinander versetzte Ebenen. Durch das so genannte „Split-Level-System“ – eine Abfolge halb­geschossig versetzter Ebenen – wird eine horizontal und vertikal zusammenhängende Bürozone geschaffen. Die Verbindungswege werden zu Orten der Begegnung. Kommunikationsbarrieren wie Türen oder Trennwände wurden im gesamten Gebäude auf ein Mindestmaß reduziert. Die Innenräume sind zudem stützenfrei und bieten auf der jeweiligen Längsseite einen grandiosen Panoramablick hinein in die schwäbische Landschaft: Offenheit ist hier Programm.

 

Motivierendes Interieur

 

Die Vielfältigkeit der Raumbeziehungen bildet einen idealen Rahmen für neue Arbeitsformen. Eine vor dem Umzug beim Fraunhofer Institut in Auftrag gegebene Studie hatte wichtige Hinweise auf die Optimierung von Arbeitsabläufen bei Trumpf gegeben. Für den Neubau wurde deshalb ein eigenes Büromöbelkonzept entwickelt, das variantenreich und team-orientiert ein Maximum an Flexibilität garantiert. Der Abbau von Hierarchien und eine an moderne Produktionskonzepte angelehnte „verschlankte“ Büroarbeit – mit deutlich weniger Stauraum am Arbeitsplatz – sind weitere Grundlagen des Raumkonzepts. Abteilungsleiter sitzen zwischen ihren Mitarbeitern, nur Bereichsleitern stehen durch Glaswände abgetrennte Arbeitsbereiche zur Verfügung.

 

Bei der Innenraumgestaltung richteten sich Barkow Leibinger Architekten nach der Maxime der Firmenleitung, wonach erstklassige  Arbeit nur in erstklassiger Umgebung entstehen kann. Sie entwickelten ein Konzept, das den Räumen durch das Zusammenspiel der eingesetzten Materialien eine elegante, hoch ästhetische Atmosphäre verleiht und gleichzeitig die Unter­nehmenskultur reflektiert. Metall, Glas und Beton bilden mit Böden aus geräucherter Eiche und einem anthrazitfarbenen Belag aus Nadelvlies ein stimmiges Arbeitsambiente. Während der Eichen­boden Treppen und Laufzonen markiert, stellt der Nadelvliesbelag Desso DLW Strong 951 von Armstrong in den Bürobereichen seine Anpassungsfähigkeit an moderne, reduzierte Architekturformen unter Beweis. Appliziert auf Doppelboden-Elemente ist der antistatische Desso DLW Strong 951 den Anforderungen an Bodenbeläge im Büro bestens gewachsen. Zudem sorgt der außergewöhnlich strapazierfähige Nadelvlies für gute Schallabsorption, die durch eine teilweise Bespannung der Wände mit hellgrauem Filz noch verstärkt wird. Durch die unterschiedlichen Oberflächenanmutungen und die Farben, die den Materialien zu eigen sind, werden Böden, Wände und Mobiliar zu einer harmonischen Einheit.

 

Neben den gestalterischen Qualitäten gehört auch ein effizientes, Ressourcen schonendes Energie- und Klimakonzept zu den Besonderheiten des Neubaus. Seine zentralen Komponenten sind natürliche Belichtung und Belüftung, ein Kühlsystem mit Betonkernaktivierung im Sommer und eine Steuerung der Abluft mit Wärmerückgewinnung im Winter. Die prägnante Doppelfassade aus Glas reduziert als thermische Pufferzone Wärmeverluste und gewährleistet außerdem maximalen Schallschutz zur nahe gelegenen Autobahn. Zugleich überträgt die gläserne Hülle die Durchlässigkeit und Offenheit der inneren Organisation nach außen. Das Resultat: ein bis ins Detail durchdachter Bau im Geiste der klassischen Moderne.

 

Foto: Armstrong DLW AG   23.09.2005

 


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