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Hinter Glas

Blickdichter Vorhang für Musikspielhaus

Probenräume und Magazin, Schneiderei und Werkstatt – Opernhäuser sind hinter dem Vorhang ein komplexes Gebilde mit vielen Funktionen. Teilaufgaben erfolgen parallel und vernetzt. Die Architekten Kleffel – Könholdt - Papay - Warncke übersetzen diesen differenzierten und zugleich integrierenden Anspruch in ihre eigene Architektursprache: Für die Staatsoper Hamburg entwarfen sie eine blickdichte Glasfassade mit farblich variierenden Paneelen, gegliedert durch Fugenverläufe und Fensterbänder.

 

Der Entwurf geht auf das heterogene Stadtbild ein und stellt zugleich die Funktionen der Geschosse nach außen dar – eine unregelmäßige Ansicht mit vielen Versprüngen. Das Fassadensystem fasst diesen stark gegliederten Baukörper wieder zusammen – mit opaken (undurchsichtigen), farbigen Glaspaneelen. Die rahmenlosen Elemente, nicht sichtbar befestigt, bringen Ruhe in die bewegte Fassade. Architekt Björn Papay ergänzt: „Mit der frei wählbaren Farbe der Gläser konnten wir variabel auf die Funktionsbereiche der Oper reagieren.“

 

Sprech- und Gesangsübungen, hämmern und sägen: Im Betriebsgebäude geht es oft laut zu. Einen Großteil der 8.000 Quadratmeter Nutzfläche nehmen die Probebühnen und -säle sowie die Werkstätten für Kostüm und Requisite ein. Deshalb ist das Gebäude vom Nachbarbau schalltechnisch entkoppelt. Büros und Kantine fanden ebenfalls Platz im Neubau, hinter der Opernbühne entstand die Hinterbühne.

 

Mit einer widerstandsfähigen Edelstahlfassade präsentiert sich das Erdgeschoss bei Anlieferung und Entsorgung. Die großzügig verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion bestimmt dagegen die Haupteingänge. Die Glasfassade der unteren Obergeschosse erhielt den Farbton grün, Fensterbänder deuten die Nutzung als Werkstätten an.

 

Glasfassade über Kopf

 

StoVerotec Glas ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit Sandwichelementen. Trägerplatten aus Blähglasgranulat sind mit einer ESG-Scheibe verbunden und ermöglichen den breiten Gestaltungsspielraum: Alle ESG-Design-Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Das System mit rückseitiger, nicht sichtbarer Befestigung ist allgemein bauaufsichtlich zugelassen. Es funktioniert nach dem bauphysikalisch bewährten Prinzip der Kaltfassade und verbindet Funktionalität mit Wirtschaftlichkeit beim Bau und im Betrieb.

 

Die Paneele werden im Werk in den projektbezogenen Maßen vorgefertigt. Sie kommen mit Agraffen auf die Baustelle und werden nur noch in die Profile der Unterkonstruktion eingehängt. Mit 30 kg/m² lassen sie sich leicht transportieren und einbauen. Das Glas ist absturzsicher, auch bei Bruch, und daher für die Überkopfmontage zugelassen.

 

Quelle:   StoVerotec GmbH   www.stoverotec.de    4.08.2005

Foto:      Dirk Robbers / StoVerotec GmbH

 

 


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